Historische Notizen: Strukturwandel zum Anfassen!

„Im liebreizenden Tal der Ruhr, einem schiffbaren Nebenfluss des Rheins, unweit der Städte Hattingen und Blankenstein, lag Haus Bruch, ein kleines Rittergut mit 100 Hektaren Areal. Wenn ich so sage „lag“, so soll das heißen, dass an der Stelle, wo bis Anfang der 50er Jahre ein malerisch romantisches Oekonomiegut stand, sich jetzt seit jener Zeit ein großes Eisenhüttenwerk, die , Henrichshütte erhebt….“ Anton Ludwig Sombart (Jugenderinnerungen 1923/24)

In den Jahren 1943 bis 1944, mitten im zweiten Weltkrieg, in dem die Henrichshütte als Rüstungsbetrieb bevorzugtes Ziel alliierter Bomber war, entstand der Hochbunker, unter dessen Dach der Werkluftschutz seine Kommandozentrale für den südwestlichen Bezirk aufgeschlagen hatte.

derbunkerZu diesem Bezirk gehörten Gasometer, Kesselhaus, Walzwerk, Magazin, Lehrwerkstatt und andere Einrichtungen. Direktor Herzog leitete den gesamten Werkschutz und die Werksfeuerwehr. Bei Voralarm fanden sich die Herren Direktoren im Bunker ein. Trotz der zahlreichen Angriffe blieb der Bunker nahezu unversehrt und wurde nach dem Krieg als Lager u.a. für die im Produktionsprozess der Henrichshütte benötigten technischen Gase genutzt.

In Hattingen lief die Geschichte nicht anders, als anderswo im Ruhrgebiet. Die gesamte Wirtschaftsstruktur war auf die Bereiche Kohle und Stahl ausgerichtet, also von großindustriellen Strukturen abhängig, die seit den achtziger Jahren zusehends zusammenbrachen.

Mit der Stilllegung des Stahlwerkes 1993 endet die Geschichte des Riesen „Henrichshütte“ und so blieb der Bunker sich selbst überlassen und harrte einer ungewissen Bestimmung.

 

 

Sicherheitsbereich

„Daten“-Bunker

Die Räume im Bunker eignen sich hervorragend zur Unterbringung von Rechnern zur Datensicherung bzw. als Ort zur Lagerung von Datenspeicher-Medien. Diese Räume werden entsprechend den Nutzer-Anforderungen ausgebaut und vermietet.

Ein modernes Rechenzentrum kombiniert aktuelle Datenübertragungstechniken wie Glasfaser, Funk, Mikrowelle und Satellitenanbindung.

 

 

Im Schatten des Bunkers

Löschteiche / Betriebssportschwimmteich

In den Jahren 1943 – 1945 war die ständig wachsende Belegschaft der „Henrichshütte“ auf knapp 9000 angewachsen, darunter ca. 2500 Zwangsarbeiter. Da die „Henrichshütte“ als Rüstungsbetrieb ständig unter Artillerie-Beschuss stand, legte man im Schatten des Bunkers und Gasometers für den südwestlichen Bereich Löschteiche an. (1945 erhielt die „Hütte“ 151 Bombentreffer) Wie hier auf dem Bild aus dem Jahre 1945 zu sehen ist, nutzte man die Löschteiche in den Sommermonaten zur Abkühlung der Stahlarbeiter in den Pausen und sogar schon in diesen Zeiten zum „Betriebssport“, wie hier zu sehen, dem „Wasserball“.